„Mehr als eine weitere Kampagne im Gesundheitssport“

LSB und Landesärztekammer realisieren Präventions-Idee „Rezept für Bewegung“

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Das „Rezept für Bewegung“ ist „mehr als nur eine weitere Kampagne im Gesundheitssport“. Das machte Karin Augustin, Präsidentin des Landessportbundes Rheinland-Pfalz (LSB) im Haus des Sports in Mainz deutlich, wo am 16. April im Rahmen einer Pressekonferenz der Startschuss für die Präventions-Idee ertönte, die der LSB in enger Zusammenarbeit mit der Landesärztekammer umsetzt.

„Das Rezept richtet sich vor allem an diejenigen, die bisher aus ärztlicher Sicht nur unzureichend oder gar nicht Sport getrieben haben“, sagte Augustin. „Der Arzt stellt das Rezept aus und versieht es mit einer Empfehlung für ein Training mit Schwerpunkten wie Haltung und Bewegung, Herz-Kreislauf, Entspannung/Stressbewältigung oder Koordination.“ Ebenso könne der Arzt noch zusätzliche Hinweise für die Übungsleitung geben. Die Rezeptvordrucke werden den Medizinern zunächst online zur Verfügung gestellt. Rezeptblöcke in Papierform können dann ab Mitte des Jahres beim LSB oder der Landesärztekammer angefordert werden.

„Idealerweise arbeiten Sportvereine und Ärzte im Wohnumfeld zusammen“, so Augustin weiter. „Das funktioniert auch schon in vielen Fällen über die Bewegungsangebote, die mit dem Qualitätssiegel SPORT PRO GESUNDHEIT zertifiziert wurden.“ Diese Angebote sind den Ärzten bekannt oder können über die bundesweite Datenbank www.sportprogesundheit.de mit mehr als 16.000 Angeboten eingesehen werden.

In der Praxis vor Ort erkundigen sich Ärzte nach aus ihrer Sicht erfolgversprechenden Bewegungsangeboten und können den entsprechenden Verein auf dem Rezept angeben. Der Verein wiederum bescheinigt den Patienten auf dem Rezept seine Teilnahme und schließt damit den Kreis zwischen Arzt, Patient und Verein. „Beim Rezept für Bewegung geht es gezielt darum, Patienten zu motivieren und durch das Rezept einen Aufforderungscharakter zu schaffen, tatsächlich den Schritt in den Sportverein zu machen und dort aktiv zu werden“, resümierte Augustin. Für die Sportvereine im Lande biete dieses Rezept „eine weitere Chance, sich auf dem Markt zu behaupten und damit wettbewerbsfähig zu bleiben, denn der Gesundheitssport ist eine tragende und zukunftsfähige Säule in den Sportvereinen“. Gemeinsam mit den Ärzten könne dieses Ziel nun noch besser umgesetzt werden.

In den Augen von Prof. Dr. Frieder Hessenauer, Präsident der Landesärztekammer, ist das „Rezept für Bewegung“ eine „weitere gute Möglichkeit, mehr Menschen für qualifizierte Bewegungsangebote zu begeistern“. Ärzte erlebten in ihren Sprechstunden häufig Patienten, „die sich zwar gerne mehr bewegen möchten, die sich aber dabei letztendlich mit ihrer eigenen Bequemlichkeit mitunter selbst im Wege stehen - und dann trotzdem nicht aktiv werden“. Klar sei, dass „bewegte Menschen klar im Vorteil“ seien – das Rezept diene als „Merkhilfe für den Patienten“. Mit dem Rezept soll die mündliche Empfehlung von Ärztinnen und Ärzten als „wichtige Gesundheitsberater“ für mehr Bewegung verbindlicher gestaltet werden“.

Laut LSB-Vizepräsident Dieter Krieger haben die Patienten natürlich die Möglichkeit, in den jeweiligen Verein einzutreten. „Aber Vereine haben in aller Regel auch Kurse laufen, die nicht unbedingt die Mitgliedschaft in einem Verein erfordern.“ Das bestätigt Hiltrud Gunnemann, Abteilungsleiterin Sportentwicklung beim LSB. Die Kosten für solche zertifizierten Kurse werden laut Gunnemann in vollem Umfang von der Krankenkasse erstattet.

Weitere Infos gibt es bei: Michael Heinze.