„Sport in Rheinland-Pfalz ist und bleibt ein verlässlicher Partner“

Harmonische Mitgliederversammlung des Landessportbundes in Mainz

2012_mgv3

Der Landessportbund Rheinland-Pfalz (LSB) ist und bleibt „ein verlässlicher Partner“, der „ernst genommen, nicht überfrachtet und vor allem nicht instrumentalisiert“ werden will. Das betonte Präsidentin Karin Augustin an diesem Samstag bei der Ordentlichen Mitgliederversammlung des LSB vor 400 Delegierten im Gutenbergsaal der Mainzer Rheingoldhalle.

Die größte ehrenamtliche Organisation in Rheinland-Pfalz mit ihren 6.300 Vereinen, 1,46 Millionen Mitgliedern und 150.000 Ehrenamtlern leiste auf allen Ebenen einen erheblichen Beitrag zum Gemeinwohl. „Aber dabei wird es ihm oft nicht leicht gemacht“, konstatierte Augustin, die sich im Rahmen der harmonischen Zusammenkunft auch dezidiert zum heiß diskutierten Thema „Sport im Ganztag“ äußerte. „Ganztagsschule ist politisch gewollt“, machte die Mainzerin deutlich. „Es ist auch unsere Aufgabe festzuhalten, was Ganztagsschule in Konsequenz für unsere Vereine bedeutet – gleichermaßen Gefahren und Chancen.“ Von entscheidender Bedeutung sei es in diesem Zusammenhang etwa, auf die ehrenamtliche Organisation des Sports und die Verfügbarkeit der Sportstätten Rücksicht zu nehmen. Die Existenz der Sportvereine insbesondere in den ländlichen Regionen müsse gesichert werden.

In den Augen der LSB-Präsidentin trägt die gesellschaftliche Entwicklung dazu bei, dass die Anforderungen an den Sport steigen. Kinder und Jugendliche benötigten die Bewegung für ihre persönliche Entwicklung und Entfaltung. „450.000 Mädchen und Jungen im Alter bis zu 18 Jahren sind in den 6.300 Sportvereinen in Rheinland-Pfalz aktiv“, sagte Augustin. Diese Zahl zeige die große gesellschaftliche Verantwortung, die dem Sport im Bereich des Kinderschutzes zukomme. „Wenn Eltern ihre Kinder in die Obhut eines Sportvereins geben, müssen sie sich darauf verlassen können, dass die Kinder bestens betreut werden.“ Wie Dieter Krieger, LSB-Vizepräsident Sportentwicklung/Breitensport, unterstrich, sei es notwendig, „eine Kultur des Hinschauens und auch des Handelns in den Vereinen zu initiieren“. Eine entsprechende Satzungsänderung wurde von dem obersten Beschlussorgan des Landessportbundes einstimmig auf den Weg gebracht.

Ohne Gegenstimmen wurden die Haushaltsnachweise 2010 und 2011 sowie der Haushaltsplan 2012/13 genehmigt. Ulrich Kroeker, LSB-Vizepräsident Wirtschaft & Finanzen, hatte zuvor dargelegt, dass im Haushaltsvollzug 2010 infolge der Bewirtschaftungsbeschränkung durch das Sportministerium drei Prozent eingespart werden mussten. Mit Blick auf den Haushaltsnachweis 2011 hatte Kroeker erläutert, die Landeszuweisungen seien um 5,71 Prozent gekürzt worden. In Zahlen habe dies eine Mindereinnahme von fast einer Million Euro bedeutet. Der Ansatz für 2012/13 sehe wieder eine dreiprozentige Kürzung der Landesmittel vor. Planungssicherheit sei „jetzt wenigstens zum Teil - bis ins Jahr 2016 – gewährleistet“.

Das bestätigte im außerparlamentarischen Teil Sportminister Roger Lewentz, der die „gute Zusammenarbeit“ und das „sehr enge Miteinander“ zwischen Sport und Politik auf der Arbeitsebene lobte. „Die Landesregierung ist sehr an der Seite des Sportes“, versicherte Lewentz. „Ich kann nur sagen: Gratulation – der LSB leistet Enormes.“ So habe sich der Landesportbund „auch keiner gesellschaftspolitischen Diskussion entzogen“. Er sei „sehr froh“, so Lewentz, „dass wir die Ansätze für die finanzielle Ausstattung des LSB bis 2016 auf dem Niveau des laufenden Doppelhaushaltes werden halten können. Damit werden Sie, glaube ich, gut leben können“. Laut Augustin steht fest: „Jeder Euro, der in den Sport fließt, ist keine Subvention, sondern eine Investition in die Zukunft unserer Gesellschaft.“

Einig sind sich Sport und Politik darin, dass es das Ziel sein muss, „die Rahmenbedingungen für unsere Sportlerinnen und Sportler noch besser zu gestalten“. Der Mainzer Bürgermeister und Sportdezernent Günter Beck bezeichnete den Sport als „ein Feld der Politik, das sehr stark geschützt wird - und das hat auch gute Gründe“. Aktuell sei man in der Landeshauptstadt am Diskutieren, ob es sinnvoll sei, dass die Stadt gemeinsam mit dem Unternehmen Schott eine Sporthalle baut. „Das sind Entwicklungen, die für beide Seiten eine Win-Win-Situation darstellen.“ Allerdings sei man hier „noch ganz am Anfang der Überlegungen“. Peter Gösel, Präsident des Landessportbundes Thüringen, würdigte die Verdienste des rheinland-pfälzischen Pendants „für unseren Sportbund im Rahmen der Wiedervereinigung“. 34 Tage vor der Entzündung der Olympischen Flamme freute sich Werner Schröter, LSB-Vizepräsident Leistungssport, dass Rheinland-Pfalz in London nach dem Stand der Dinge mit 19 oder 20 Athleten in elf Sportarten vertreten sein werde. Bei den Paralympics, den Olympischen Spielen für Sportler mit Behinderung, kämen noch einmal acht dazu.

Weitere Infos gibt es bei: Michael Heinze.