„Dass mit uns zu rechnen ist, haben wir schon gezeigt“

Die Tischtennis-Stars Kristin Silbereisen und Jiaduo Wu äußern sich am Rande der Olympia-Einkleidung zu Modefragen, Medaillenchancen und einer verrückten Wette

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In der Sporthalle der Kurmainz-Kaserne in Mainz wurden am Donnerstag zahlreiche Athletinnen und Athleten aus der Deutschen Olympiamannschaft für die Spiele an der Themse eingekleidet. Dabei merkte man den Badminton-Assen, Bahnrad-Sprintern, Schützen sowie dem Tischtennis-Team um Timo Boll die Vorfreude auf dieses einmalige Ereignis an. Am Rande der Einkleidung standen die beiden rheinland-pfälzischen Olympia-Starterinnen im Tischtennis, Jiaduo Wu (34) und Kristin Silbereisen (27), dem Landessportbund Rheinland-Pfalz (LSB) für ein Interview zur Verfügung.

Frau Wu, Frau Silbereisen, wie viel Spaß macht denn so eine Olympia-Einkleidung?

Silbereisen: Ich freue mich. Für mich ist das ja meine erste Einkleidung - und ich bin begeistert. Man weiß ja gar nicht, wohin man gucken soll. Sich diese ganzen Sachen anzusehen und sie anzuprobieren, das ist schon ein Erlebnis.
Wu: Obwohl ich schon das zweite Mal dabei bin, war ich trotzdem ganz aufgeregt. Das ist immer etwas Neues – einfach super.

Im Vorfeld gab es heiße Diskussionen, ob das Outfit für die Olympioniken wirklich gelungen ist. Wie ist Ihr Standpunkt?
Silbereisen: Ich finde es schön. Zum Beispiel die Schuhe von Sioux finde ich super, gerade auch in Kombination mit der Jacke.
Wu: Auch ich habe an dem Outfit nichts auszusetzen.

Wie modebewusst sind Sie eigentlich im normalen Leben?
Silbereisen: Ich gehe schon das eine oder andere Mal gerne einkaufen und versuche schon, auf mein Äußeres zu achten und neuen Trends zu folgen. In der Kurmainz-Kaserne macht es besonders Spaß, durch die Gänge zu laufen und alles in Einkaufswagen zu legen.
Wu: Das Gute dabei ist auch, dass jede Größe da ist. Wenn etwas nicht passt, kann man das Teil wieder ausziehen und etwas Neues anzuprobieren.

Wie ist der Stand der Vorbereitung? Befinden Sie sich schon jetzt in Olympiaform?
Silbereisen: Wir sind gerade von unserem dritten Olympia-Lehrgang in Düsseldorf nach Mainz gereist. Danach geht es nach Wien, dort trainieren wir noch einmal eine Woche, bevor wir dann am 25. Juli von Düsseldorf nach London fliegen. Offizielle Turniere stehen in dieser Zeit keine mehr an. Aber das ist nicht schlimm, wenn wir gegen unsere potenziellen Gegner in London unmittelbar vor den Olympischen Spielen nicht mehr spielen. Wir haben noch einen Wettkampf in Wien und einen in Düsseldorf – mit unseren Trainingspartnern.
Wu: Noch befinden wir uns nicht in Olympiaform. Wenn wir jetzt schon in London ran müssten, wäre das zu früh. Aber wir werden jetzt Tag für Tag immer etwas besser.

Angenommen, alles läuft wie am Schnürchen, ist dann vielleicht sogar eine Medaille drin?
Silbereisen: Auf jeden Fall. Unser Ziel ist es aber erst einmal, ins Viertelfinale zu kommen. Dass mit uns zu rechnen ist, wenn alles zusammenläuft, haben wir bei der WM gezeigt, als wir in Dortmund mit dem Team knapp 2:3 gegen Singapur verloren haben. Die waren zu der Zeit aktueller Weltmeister. Meine Aussichten im Einzel kann ich gar nicht richtig beurteilen. Ich hoffe nicht, dass ich schon früh auf eine der zwei Chinesinnen treffe. Ich hoffe auf eine gute Auslosung. Dann versuche ich, von Runde zu Runde zu denken und mein Bestes zu geben.
Wu: Mit der Mannschaft möchte ich gerne eine Medaille. Im Einzel wird es sehr sehr schwer, weit zu kommen.

Frau Silbereisen, Sie haben bei der Verabschiedung der Olympia-Teilnehmer in Brodenbach eine verrückte Wette publik gemacht. Können Sie die noch einmal kurz schildern?
Silbereisen (lacht): Das war ja keine richtige Wette. Ich habe nur gesagt, dass ich als Flitzer durchs Olympiastadion laufen werden, wenn wir eine Medaille holen.

War das jetzt nur ein Jux oder würden Sie dies wirklich wahr machen?
Silbereisen: Das war nur ein Jux. Natürlich würde ich das nicht machen. Wir würden uns feiern lassen, wenn das mit der Medaille wirklich klappen sollte – aber auf anderem Weg.

Weitere Infos gibt es bei: Michael Heinze.