Lilli Schwarzkopf holt in London Silber, Bronze für Peter Joppich

Olympia-Medaillen Nummer drei und vier für „Team Rheinland-Pfalz“ durch Siebenkämpferin und Florettfechter / Ruderer Sebastian Schmidt Sechster

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Nach einem Disqualifikations-Drama hat Siebenkämpferin Lilli Schwarzkopf (Foto) den deutschen Leichtathleten das zweite Olympia-Silber beschert. Die 28-Jährige von der LG Rhein-Wied durfte nach langem Hin und Her am Samstagabend doch jubeln.

Allein: Das Drama um ihre irrtümliche Disqualifikation hatte Schwarzkopf auch am Tag danach noch nicht richtig verdaut. Mit einer Mischung aus Stolz und Ungläubigkeit präsentiert die Siebenkämpferin ihre Silbermedaille. Am Samstagabend hatte Schwarzkopf nacheinander die schlimmsten und schönsten Momente ihrer Karriere erlebt: Erst wurde sie disqualifiziert, weil sie angeblich beim entscheidenden 800-Meter-Lauf auf die Außenlinie getreten war. Doch nach Ansicht einer Videoaufzeichnung nahm die Jury den Ausschluss wieder zurück. „Die Briten haben eine neue Art von Humor“, kommentierte Schwarzkopf. Die Fernsehbilder belegten eindeutig, dass die Russin Kristina Sawizkaja auf die Bahnbegrenzung gelaufen war. „Ich mich hat das ewig gedauert, bis ich endlich die Bilder sehen konnte. Und dann war mir klar: Ich bin raus aus dem Schneider.“ Daran änderte auch der Protest der Ukraine nichts mehr. Die genaue Punktzahl von Schwarzkopf wurde erst knapp eine Stunde nach Wettkampfende bekanntgegeben: Mit 6649 Zählern übertraf die Deutsche ihre persönliche Bestleistung um 113 Punkte.

Florettfechter Peter Joppich von Coblenzer Turngesellschaft ergatterte mit der Nationalmannschaft die Bronzemedaille. Waren die Spiele von London mit Platz elf im Einzeln für den vierfachen Einzelweltmeister nicht so gelaufen, wie er sich das erwünscht hätte, so konnte er trotz einiger strittigen Entscheidungen der Obleute mit seinen Mannschaftskameraden Benjamin Kleibrink (Tauberbischofsheim), Sebastian Bachmann und Andre Weßels (beide Bonn) das verdiente olympische Edelmetall erfechten. Auf dem Weg zum Gefecht um die Bronzemedaille traf das Team um Joppich zunächst auf Russland, das mit 44:40 besiegt wurden Der nächste Gegner auf dem Weg zum Einzug ins Finale war Japan. Hier entschied der „Sudden Death“ zu Gunsten der Japaner, die somit gegen Italien um die Goldmedaille fechten durften. Das Halbfinalgefecht endete 40:41. Im Gefecht um Platz 3 kam die Mannschaft von Bundestrainer Uli Schreck auf die Vereinigten Staaten. Diese Gefechte gewannen Joppich & Co. 45:27 und sicherten sich so die Bronzemedaille. Der deutsche Vierer ohne Steuermann ist zum Abschluss der olympischen Ruder-Wettbewerbe von London ohne Medaille geblieben. Das Boot um Schlagmann Sebastian Schmidt vom Mainzer Ruder-Verein (MRV) wurde am Samstag auf den Dorney Lake in Eton abgeschlagen Sechster.

Die seit Jahren von Rückenschmerzen geplagte Trampolinturnerin Anna Dogonadze vom MTV Bad Kreuznach ereilte bei ihren vierten und letzten Spielen wie befürchtet das frühe Aus. Die Olympiasiegerin von Athen 2004 lag nach dem Vorkampf nur auf Rang zehn. Zu wenig, um sich für die Medaillenentscheidung zu qualifizieren.

Nach dem olympischen 10.000-Meter-Finale der Frauen zeigte sich Sabrina Mockenhaupt von der LG Sieg mit ihrer Leistung und dem 17. Rang zufrieden. Die 31 Jahre alte Läuferin der LG Sieg hatte in dem hochklassigen Rennen, in dem neun Läuferinnen unter 31 Minuten blieben und vier weitere unter 31:15, mit 31:50,35 Minuten keineswegs enttäuscht.

Weitspringer Christian Reif vom ABC Ludwigshafen ist in London hauchdünn am Finaleinzug gescheitert. Mit 7,92 Meter verpasste der Europameister von 2010 als 13. den Endkampf. „Das war nicht das, was ich mir vorgenommen habe. Das hat auch nichts mit Glück oder Pech zu tun”, sagte Reif. Nach 7,81 Meter zum Auftakt und einem ungültigen Versuch kam für Reif nach dem dritten Durchgang das Aus.

Die Tischtennis-Stars Wu Jiaduo und Kristin Silbereisen vom FSV Kroppach mussten sich mit dem Nationalteam an der Seite ihrer Berliner Kollegin Irene Ivancan im Viertelfinale des Mannschafts-Wettbewerbs den an Position zwei gesetzten Japanerinnen mit 0:3 geschlagen geben. Eine Partie, die möglicherweise anders verlaufen wäre, wenn "Dudu" ihren Matchball im Auftakteinzel genutzt hätte. Nach dem Aus flossen vor allem bei den Olympia-Neulingen Silbereisen und Ivancan dicke Tränen.

 

Weitere Infos gibt es bei: Michael Heinze.