„Große Werbeaktion für den Schulsport“

Schulsportwoche 2012 bringt unter dem Motto „Sei schlau – Beweg Dich“ mehr als 5.000 Jungen und Mädchen in Bewegung / 300 Pädagogen lassen sich fortbilden

2012_schulsportwocheMan muss dem Schulsport zu einer noch stärkeren Unterstützung verhelfen – aber man kann dabei auf einem soliden Fundament aufbauen: Das sagte Bildungsministerin Doris Ahnen bei der Eröffnung der achten Schulsportwoche, die der Landessportbund Rheinland-Pfalz (LSB) gemeinsam mit dem Aktionsbündnis Schulsport Rheinland-Pfalz unter dem Motto „Sei schlau – Beweg dich“ veranstaltet. Noch bis zum Freitag sind mehr als 5.000 Schüler von 32 Schulen aus Mainz und Umgebung in Bewegung, ausrichtende Schule ist das Gymnasium Theresianum.

„Ich habe 1984 mein Abitur gemacht“, verriet die Staatsministerin, die die Verantwortlichen des LSB als „Ausrichter und gedankliche Väter und Mütter“ der Schulsportwoche bezeichnete und die Schulsportwoche als „eine große Werbeaktion für den Schulsport“. „Damals wie heute hängt viel davon ab, welche Angebote Lehrerinnen und Lehrer machen und was sie sich einfallen lassen, um Schüler für den Sport zu motivieren.“ Sport und Bewegung sei schon immer wichtig gewesen für Kinder und Jugendliche. „Aber wenn das früher nicht in dem Maße in der Schule stattgefunden hat, dann war doch der Rest des Tages sehr stark von Bewegung geprägt“, sagte Ahnen. „Das hat sich verändert. Bei weitem nicht für alle Kinder und Jugendliche ist gewährleistet, dass sie auch automatisch ausreichende Bewegungsmöglichkeiten haben.“ Die „Konkurrenz der Angebote“ sei zudem sehr viel größer geworden „und dann kommt sicherlich auch noch der Aspekt der Ganztagsschule hinzu, die mehr Zeit in Anspruch nimmt“. In der Schule stehe der Sport mit seiner hohen Bedeutung „in Konkurrenz zu unendlich vielen anderen Erwartungen, was Kinder alles lernen sollen“. In den Augen von Ahnen ist Sport „nicht irgendein Fach und auch kein Fach, das in Konkurrenz steht zu Fächern, bei denen es um kognitives Lernen geht“ – kognitives Lernen und Bewegung, Sport und körperliche Erfahrung gehörten vielmehr zusammen“. An den Schulen im Lande gebe es „sehr viele engagierte Lehrer, die sich hervorragend um den Schulsport kümmerten. Laut der Ministerin kommt es nicht von ungefähr, dass rheinland-pfälzische Schüler beim sportlichen Wettstreit „Jugend trainiert für Olympia“ überdurchschnittlich gut abschneiden.

„Die Kooperationen zwischen Schulsportvereinen und Schule sind für beide Seiten gewinnbringend“, betonte Theresianum-Schulleiter Helmut Schmid, dessen Schule als Partnerschule des Sports dem Sport in vielen Bereichen verbunden ist, mit dem ASC Theresianum seit 1983 einen eigenen Schulsportverein vorzuweisen hat und jedes Jahr erfolgreich beim Basketball-Finale von „Jugend trainiert für Olympia“ mitmischt. „Wir sind gerade dabei, eine Schwimmkooperation mit der SG EWR Rheinhessen auf den Weg zu bringen“, verriet Schmid, der anderen Schulen Mut machen will. „Es lohnt sich für die Schulen, auf die Vereine zuzugehen und es lohnt sich für die Vereine, auf die Schulen zuzugehen.“ Das Theresianum als Ganzes habe durch eine Veranstaltung wie die Schulsportwoche „einen Gewinn“. Der Schulleiter wörtlich: „Es findet eine Mobilisierung in vielen Teilbereichen statt.“ So habe sich der Kunst-Leistungskurs des TH bei der Organisation beteiligt und auch einen Foto-Wettbewerb habe man durchgeführt. Die Schulsportwoche wirke in die Schulgemeinschaft hinein, sie wirke motivierend und begeisternd. „Dazu“, so Schmid, „sagt man dann gerne ja.“

LSB-Präsidentin Karin Augustin betonte, der LSB engagiere sich schon immer für den Schulsport. „Es ist einfach sehr wichtig und in Zukunft noch wichtiger, dass die Jugendlichen begeistert werden für den Sport – und wenn die Schulsportwoche ein Stück dazu beitragen kann, ist das das, was wir wollen.“ Auch in Zukunft werde man sich „ganz intensiv beteiligen am Schulsport – da spreche ich nicht nur für den Landessportbund, sondern für den Sport auf allen Ebenen“.

Im Mittelpunkt der Auftaktveranstaltung am Mittwoch mit Bewegungstheater, sportlichen Einlagen und einer Talkrunde mit Expertenbesetzung stand ein Impulsreferat von Prof. Dr. Nils Neuber unter dem Motto „Bildung braucht Bewegung – Zum Zusammenhang von Lernen und Bewegen in Schule und Verein“. Der Experte vom Fachbereich Psychologie und Sportwissenschaft der Westfälischen Wilhelms-Universität nannte unter anderem auch die „Gelingensbedingungen einer guten Kooperation zwischen Ganztagsschule und Sportverein“: Verständigung über Ziele und Inhalte (pädagogisches Konzept), Verständigung über die Zusammenarbeit (Kommunikation auf Augenhöhe), Regelmäßigkeit von Angebot und Teilnahme (Kontinuität der Zusammenarbeit), Reflexion der Eigenrolle und Weiterbildung (gemeinsamer Kompetenzerwerb), Vernetzung von Angeboten und Anbietern sowie nicht zuletzt die Sicherstellung der Ressourcen, die Finanzierung der Zusammenarbeit. „Wenn das Geld fließt, läuft es“, so Neubers Erfahrung. „Wenn es nicht fließt, bricht Vieles zusammen.“ Der Professor sagte, er würde sich wünschen, „dass die Kooperationen zwischen Schulen und Sportvereinen selbstverständlicher sind“.

Nach einem bunten Sporttag der Kinder auf den Sportplätzen und Hallen der beteiligten Schulen mit Tanzen, Beach Soccer oder Rugby an diesem Donnerstag geht die Schulsportwoche am Freitag zu Ende. Unter dem Motto „Schule in Bewegung“ lassen sich unter Regie des Sportbundes Rheinhessen im Sportbereich der Johannes Gutenberg-Universität mehr als 300 Lehrer fortbilden. Unter dem Motto „Das aktuelle Schulsportstudio“ steht die Abschlussveranstaltung am Freitagnachmittag, bei der in der Theresianum-Sporthalle die mannigfaltigen Facetten, die der moderne Schulsport zu bieten hat, auf unterhaltsame Art und Weise dargestellt werden.

Weitere Infos gibt es bei: Michael Heinze.