„Sportvereine & Ganztagsschulen“ im Fokus

Landesfachverbandstagung des LSB widmet sich auch den Themen „Prävention vor sexualisierter Gewalt“ sowie Bestandserhebung und Mittelzuweisung

2012 landesfachverbandstagu„Sportvereine und Ganztagsschulen“ – das ist eines der Themen, die nach wie vor ganz weit oben auf der Agenda stehen beim organisierten Sport in Rheinland-Pfalz. „Wenn es nicht gelingt, den Transfer von der Schule in die Sportvereine hinein zu schaffen, dann werden die Vereine auf Dauer Schaden nehmen“, sagte Lothar Westram, Hauptgeschäftsführer des Landessportbundes Rheinland-Pfalz (LSB) bei der diesjährigen Landesfachverbandstagung des LSB im Haus des Sports in Mainz. „Deswegen müssen wir uns in die Schulen hineinorganisieren, wir müssen uns entwickeln – und dafür brauchen wir professionellere Strukturen, die man nicht zwangsläufig in Vereinen kleiner bis mittlerer Größe findet  – je nach Möglichkeiten der Vereine auch hauptamtliches Personal. Und für diese Rahmenbedingungen hätten wir gerne eine entsprechende Unterstützung.“ Westram wörtlich: „Es hat überhaupt keinen Zweck, wenn wir uns auch noch innerhalb des Sports auseinanderdividieren lassen, indem der eine oder andere Fachverband meint, er wäre ein bisschen klüger oder schneller als der andere – denn dann haben wir schon verloren. Nur wenn wir geschlossen auftreten, hat unser Wort das notwendige Gewicht und findet unser Anliegen maximales Gehör.“

Die für den Bereich Schulsport zuständige LSB-Referentin Katrin Riebke stellte dem rund 60-köpfigen Plenum - darunter die Präsidenten, Vorsitzenden und Geschäftsführer der Landesfachverbände, der Verbände mit besonderer Aufgabenstellung sowie der Landesarbeitsgemeinschaften - die zehn Punkte umfassenden Grundsatzbeschlüsse des LSB zum Thema „Sportvereine und Ganztagsschulen“ als Basis gemeinsamen Handelns vor: Unter anderem die Ausweitung der Beratungs- und Unterstützungsnetzwerke für die Vereinsbasis, die Bevorzugung der Sportvereine beim Abschluss von Verträgen über den Einsatz im außerunterrichtlichen Bereich der Ganztagsschule oder auch die Umsetzung von flexiblen Hallennutzungsvereinbarungen. „Zudem“, so Riebke, „werden wir die Übungsleiter-B-Ausbildung ´Sport im Ganztag´ im nächsten Jahr ausweiten und Tagesseminare anbieten, die als Einstieg in die Thematik gelten können.“

Als weiteres Thema der Tagung stand der Punkt „Prävention vor sexualisierter Gewalt im Sport“ auf der Tagesordnung. „Es ist uns ganz wichtig, dass wir hier immer wieder sensibilisieren und das Thema nie aus den Augen verlieren“, betonte LSB-Präsidentin Karin Augustin. Über die umfangreichen Maßnahmen, die der LSB zum Schutz vor sexualisierter Gewalt im Sport umgesetzt hat, informierte LSB-Referent Oliver Kalb. „Die Prävention vor sexualisierter Gewalt ist fester Bestandteil in den Ausbildungen des LSB“, betonte Kalb. Das Thema werde mit mindestens einer Lerneinheit in allen Lizenzausbildungen des LSB, der Sportbünde und der Sportjugend aufgenommen. „Zentrales Element ist dabei ein Verhaltenskodex, der gemeinsam mit dem Deutschen Olympischen Sportbund erarbeitet wurde und in den Ausbildungen im Detail besprochen wird“, erklärte Kalb. In diesem Zusammenhang appellierte LSB-Hauptgeschäftsführer Lothar Westram an die Fachverbände, sich mit dem Themenkomplex und den präventiven Möglichkeiten in ihren Verbandsstrukturen auseinanderzusetzen. LSB-Vizepräsident Günter Berg richtete einen Appell an die Vereine: „Auch Übungsleiter ohne Lizenz, die mit Jugendlichen arbeiten, sollten einen Verhaltenskodex unterschreiben. Denn jeder Fall, der auftritt, ist einer zu viel.“

Höhere Kosten kommen auf die Vereine nach der Tarifreform bei der GEMA zu. „Großveranstaltungen werden teurer sein als bisher“, erläuterte LSB-Geschäftsführer Rudi Bernhard, der auch über Neuigkeiten von der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG) berichtete. Nicht zuletzt wurden die Verbandsvertreter auf den neuesten Stand in Sachen Bestandserhebung gebracht, wobei sich eine kritisch-konstruktive Diskussion rund um Beitragsgerechtigkeit und Mittelzuweisung entwickelte. LSB-Präsidentin Karin Augustin resümierte, es sei in diesem Zusammenhang von hoher Bedeutung, „den Vereinen zu vermitteln, dass auch die passiven Mitglieder ganz besonders wichtig sind und den Verbänden gut tun“.

Weitere Infos gibt es bei: Michael Heinze.