In Siebeldingen machen´s alle gemeinsam

Verein kämpft um Erhalt von 40 Jahre alter Turnhalle / Unterstützung durch Förderprogramm von LSB und Sparda-Bank-Stiftung

2013 siebeldingen f lsbDer „Verein zum Erhalt der Turnhalle in Siebeldingen“ war einer der ganz großen Gewinner bei der Preisverleihung des Wettbewerbs „Wir machen´s.Gemeinsam.“ für Sportvereine und Kommunen, den der Landessportbund Rheinland-Pfalz und die Sparda-Bank Südwest veranstaltet hatten. Das Förderprogramm von LSB und Sparda-Bank-Stiftung hat 2012 für diesen Wettbewerb insgesamt 150.000 Euro für Vereinsprojekte zur Verfügung gestellt.

Erst im April 2012 - kurz vor Bewerbungsschluss – hatten die Siebeldinger ihre Bewerbung abgegeben. Zunächst waren sie skeptisch, ob ihr Projekt für den Wettbewerb überhaupt geeignet sein würde. Doch Anfang Mai versammelte sich die Jury, nahm sämtliche Projekte unter die Lupe und bewertete sie. Danach gab es keinerlei Zweifel, dass die Sportfreunde aus der ziemlich genau 1.000 Köpfe zählenden Ortsgemeinde im Landkreis Südliche Weinstraße mit ihrem Projekt einen zweiten Platz belegen und damit in den Genuss einer Fördersumme in Höhe von 4.000 Euro kommen würden.

Damit wurde die Arbeit des Vereins belohnt. Alle Mitstreiter sahen sich ermutigt, an dem damals noch hehren Ziel weiterzuarbeiten. Denn eins steht bereits seit der Gründung des Vereins 2011 fest: Die Turnhalle in Siebeldingen – 1973 erbaut, 2006 geschlossen und eigentlich nur leicht baufällig - muss wieder eröffnet werden. In der Region mit den umliegenden Gemeinden Frankweiler und Birkweiler wird diese Turnhalle dringend benötigt. Denn: Das in der Zwischenzeit entstandene neue Gemeindehaus ist nur bedingt geeignet, den bislang ausfallenden Sportbetrieb auszugleichen. „In unserem Ort waren 50 Prozent der Einwohner im Sportverein - und das auch noch aktiv vom Kleinkind bis zum Senior“ erläuterte Werner Hochdörffer, Vorsitzender des TSV Siebeldingen. „Inzwischen ist die Mitgliederzahl schon auf unter 30 Prozent gesunken.“ Doch alles Klagen nutzt nichts, man muss anpacken und die Weichen stellen. So denkt auch Alfred Kappauf, Vorsitzender und Motor des Projekts, das nach unzähligen Verhandlungen mit den Gemeinderäten der drei Gemeinden und der Verbandsgemeinde nun wohl doch realisiert werden kann.

Den Ortstermin im Siebeldinger Rathaus nutzte Hiltrud Gunnemann, LSB-Abteilungsleiterin Sportentwicklung/Breitensport, um sich von dem besonderen Engagement der Protagonisten zu überzeugen. Groß war die Runde mit allen Ortbürgermeistern, dem Verbandsbürgermeister und Vereinsvertretern, die unisono die Bedeutung der Halle für die Gemeinden herausstellten. Auch die einzige Schule im Ort profitiert davon, wenn die Sporthalle wieder eröffnet wird. „Die Schüler fahren zurzeit mit Bussen zum Sport, aber durch das Hin- und Herfahren geht immer viel Zeit vom eigentlichen Sporttreiben ab“, so Schulleiter Volker Damian. „Spiel- und Sportfeste, die immer großen Anklang in der gesamten Bevölkerung gefunden haben, sind in unserem Ort auch nicht mehr möglich.“ Aber nicht nur für Kinder ist Bewegung enorm wichtig, sondern vor allem auch für ältere Menschen. In Regionen, die ohnehin schon wenige Angebote haben, ist es unzumutbar, dass ältere Menschen zum Sport in benachbarte Orte fahren müssen. Hier soll mit der Neueröffnung der Sporthalle ein reger Seniorensport entstehen. Auch die Übungsleiter sind nicht glücklich mit der Situation. Die Turnhalle ist mit Top-Geräten ausgestattet. Allein: Seit der Schließung nutzt sie niemand mehr.

Pläne, was sie mit der Sporthalle anfangen wollen, haben die Siebeldinger genügend in der Schublade. Neben einigen Leistungssportgruppen soll der Breiten-, Freizeit- und Trendsport auf den Plan, um für neuen Schwung in der Gemeinde zu sorgen. „Mit einem guten Angebot an Freizeitaktivitäten wird unsere Gemeinde auch attraktiv für Neubürger“, weiß Ortbürgermeister Peter Klein. Viel wichtiger indes erscheint allen Beteiligten, dass sie ihr Ziel gemeinsam angehen. Alle ziehen an einem Strang – und in die gleiche Richtung. Die neuen Ratsbeschlüsse waren ein echter Mutmacher. Auch wenn Kosten und vor allem Kostenverteilung noch geklärt werden müssen.

Hiltrud Gunnemann zeigte sich beeindruckt von dem Gemeinschaftsgefühl der Vereinsmitglieder. „Das ist ganz im Sinne unserer Projektidee“, schwärmte die Abteilungsleiterin. „Kommunen und Sportvereine für ein gemeinsames Ziel“ - besser könne der Projekttitel gar nicht umgesetzt werden. „Wir freuen uns, dass wir mit Siebeldingen einen würdigen Preisträger ausgewählt haben“, resümierte Andreas Manthe von der Sparda-Bank. Die neuen Alu-Schilder, die er im Gepäck hatte, kamen gut an, sodass sich nun jeder in den beteiligten Orten davon überzeugen kann – „Wir machen’s.Gemeinsam.“

Weitere Infos gibt es bei: Michael Heinze.