21 Sieger im LSB-Vereinszeitschriften-Wettbewerb geehrt

„TV Leesmich“ und „TSG im Fokus“ machen das Rennen

2013 vereinszeitschriften2Die Koblenzer Lottozentrale platzte aus allen Nähten, als der Landessportbund Rheinland-Pfalz am 25. Januar die Sieger des landesweiten Wettbewerbs „Wir suchen die beste Vereinszeitschrift“ mit insgesamt 5.000 Euro Preisgeldern auszeichnete. 21 Vereine wurden in den Kategorien „Vereine unter 500 Mitglieder“, „Vereine über 500 Mitglieder“, „Beste erstmals erschienene Vereinszeitschrift“ sowie „Beste Stadionzeitschrift“ von Walter Desch, Vorsitzender des LSB-Arbeitskreises Öffentlichkeitsarbeit, und LSB-Vizepräsident Dieter Krieger geehrt.

Als beste Zeitschrift der Kleinvereine kürte die Jury den Turnverein 1891 Rammelsbach mit „TV Leesmich“, bei den Großvereinen gewann die TSG Kaiserslautern mit „TSG im Fokus“. Die Sonderpreise gingen an das erstmalig erschienene „Magazin“ des FC Andernach und die Stadionzeitschrift „Heimspiel“ der SG Eintracht Mendig/Bell.

Viele der 70 Redakteure dieses ältesten LSB-Wettbewerbs, der von Lotto-Geschäftsführer Hans-Peter Schössler im Jahr 1977 ins Leben gerufen wurde, waren „alte“ Bekannte. So auch Ingrid Bongibault-May von der Turngemeinde 1846 Worms. „Ich kam vor mehr als 20 Jahren wie die Jungfrau zum Kind“, erzählt die fitte 75-Jährige bei der Überreichung des vierten Preises. „Es hat so harmlos angefangen: Meine Tochter bat mich, das Heftchen auszutragen, damit der Verein das Porto sparen kann. Also bin ich nach der Arbeit mit dem Fahrrad durch Worms geradelt und habe den „Jahnruf“ in die Postkästen gesteckt. Dann wurde ich gebeten, ein paar Anzeigen zu beschaffen, schließlich schrieb ich auch Artikel und inzwischen bin ich der „Alleinunterhalter“ in der Redaktion. Natürlich bringe ich unsere Vereinszeitung immer noch selbst unter die Leute, aber nicht mehr mit dem Fahrrad, sondern komfortabler mit meinem Käfer Baujahr 1959.“

Zum ersten Mal dabei war Frank Jellinek vom drittplatzierten Sport-Report des VfR Eintracht Koblenz. „Bei der ersten Teilnahme am Wettbewerb haben wir direkt den dritten Platz belegt. Damit hatten wir überhaupt nicht gerechnet“, freute sich der  35-Jährige, der seit zehn Jahren Pressewart und inzwischen auch zweiter Geschäftsführer des VfR ist. Auch Jellinek radelt gegen die Deutsche Post; mit seiner Frau Jutta und den 12-jährigen Helfern Anna und Peter bringt er den „Sport-Report“ unter die Leute.

Wie schwer es für Einspartenvereine ist, ihren  Mitgliederschwund zu bremsen, schildert Ellen Wessinghage, erste Vorsitzende des Tennis Club Boehringer Ingelheim, der den zehnten Platz  bei den Großvereinen belegte. „Wir sind von ehemals 1.700 Mitgliedern jetzt bei 670 angekommen und hoffen, dass wir Dank unserer Zusatzangebote Beach-Volleyball, Minigolf und Freischach die Talsohle durchschritten haben“, so die ehemalige Spitzensprinterin. Flexibel müssen auch kleine Vereine sein. So bietet der drittplatzierte FC Spessart bei 341 Mitgliedern neben Fußball inzwischen auch Turnen, Tischtennis und Breitensport an.

Vor keiner leichten Entscheidung stand die Jury am 22. November 2012, als sie unter Leitung von Walter Desch im LSB-Haus tagte. Schließlich hatten fast 60 Vereine ihre Zeitschriften eingesandt, die teilweise bis zu zwölf Mal jährlich erscheinen. Insgesamt 650 Hefte sichteten die Juroren Stefan Kieffer (Rhein-Zeitung), Christiane Webendoerfer (Neuwied), Harald Kron (Rhens), Peter Lenk (DIE RHEINPFALZ) und Roland Hessel (Allgemeine Zeitung Mainz). Dabei nahmen sie nicht nur Inhalt, Vielfalt, Fotos, Layout und die Aufmachung der Titelseite kritisch unter die Lupe. Auch die Leserbindung und die Häufigkeit des Erscheinens – erstmals waren nur zwei Ausgaben pro Jahr gefordert – trugen zur Platzierung bei. Juryvorsitzender Walter Desch zog nach getaner Arbeit Resumée: „Das Niveau der Vereinszeitschriften hat sich im Gegensatz zum letzten Wettbewerb kaum verbessert. Das ist aber nicht erstaunlich, denn schließlich müssen die Vereine neben ihrer Zeitschrift auch die Homepage, die inzwischen obligatorisch ist, pflegen.

Zur Auflockerung des „Ehrungsmarathons“ trug das Interview mit Célia Okoyino da Mbabi, Deutschlands Fußballerin des Jahres 2012, bei. Was macht die Stürmerin des SC Bad Neuenahr, wenn sie nicht mit ihrem Heimatverein oder der Nationalmannschaft unterwegs ist? „Ich studiere Kulturwissenschaften in Koblenz und liege seit längerer Zeit in den letzten Zügen meiner Arbeit. Die muss ich jetzt abschließen und freue mich dann auf die EM in Schweden. Meine Favoriten sind Schweden und Frankreich, aber auch die anderen Teams haben wieder gut aufgeholt.“

Zum Abschluss der Ehrung lud Hausherr Hans-Peter Schössler die Preisträger zum Büffet in der „Zentrale des Glücks“ ein und die Teilnehmer nutzten das gemütliche Ambiente zu einem ausgiebigen Erfahrungsaustausch. Zum Schluss waren sich die Redakteure einig: Die oft mühsame Arbeit im Hintergrund hat sich wieder einmal gelohnt!

Weitere Infos gibt es bei: Michael Heinze.