„Wenn alle mit anpacken, dann schaffen wir das auch“

Große Resonanz bei LSB-Gesprächsrunde „Inklusion im Sport“ in Mainz / Symposium am 25. September richtet sich an Vereine und Übungsleiter

2013 gesprchsrunde inklusiDer Startschuss für einen intensiveren Erfahrungsaustausch und eine bessere Vernetzung der Protagonisten aus den Bereichen (Behinderten-)Sport und Politik war die Gesprächsrunde „Inklusion im Sport“, zu der der Landessportbund Rheinland-Pfalz (LSB) am Montag ins „Haus des Sports“ in Mainz geladen hatte.

Wie können Sportvereine Menschen mit Behinderungen inkludieren und in ihren Abteilungen auch tatsächlich eine Chance geben? Wie kann man Lehramtsstudierenden an den Universitäten auf die schwierigen Aufgaben der Inklusion an den Schulen vorbereiten? Und wie lassen sich Erfahrungen aus dem Ausland nutzen? Um solche und ähnliche Fragen drehte es sich bei der Gesprächsrunde, bei der sich fast 30 Vertreter von Sportvereinen und -verbänden, Ministerien, Unfallkasse oder Landkreistag rege an der Diskussion beteiligten, darunter auch der Landesbehindertenbeauftragte Matthias Rösch.

LSB-Hauptgeschäftsführer Lothar Westram sprach von der Teilhabe als einem sehr abstrakten Thema. „Die entscheidende Frage ist, wie man das eigentlich macht, dass man Behinderte inkludiert“, urteilte Westram. „Und diesem Thema haben wir uns beim LSB verschrieben. Zu warten oder vor der Frage zurückzuweichen, bringt überhaupt nichts – wir müssen uns dieser Frage stellen.“ Der LSB-Hauptgeschäftsführer wörtlich: „Aus dieser Gesprächsrunde wird sich mit Sicherheit ein Handlungsleitfaden entwickeln, der unseren Vereinen und Verbänden weiterhilft. Wir wollen gerne der Katalysator sein in dieser Entwicklungsphase, die natürlich prozesshaft angelegt ist.“ Der Landessportbund sei „froh, wenn wir diese Entwicklung ein Stück weit antreiben können“. Das unterstrich Dieter Krieger, LSB-Vizepräsident Sportentwicklung/Breitensport. Laut Krieger („In den Schulen ist Inklusion auch ein Gespenst, verbunden mit vielen Ängsten – vor allem bei den Förderschulen“) würde sich der Landessportbund „gerne vor den Karren spannen lassen und ein regelmäßiges Treffen installieren“. Krieger betonte: „Der Sport stellt sich der Aufgabe – und zwar mit positiver Einstellung. Und gemeinsam kann man mehr erreichen.“

In den Augen von Hagen Herwig, Geschäftsführender Präsident des Behinderten- und Rehabilitationsspotverbandes Rheinland-Pfalz (BSV RLP), sind auch in Zukunft dicke Bretter zu bohren, „bis die Inklusion so umgesetzt werden kann wie gedacht. Aber wenn wir alle anpacken, schaffen wir das auch“. Klar sei, dass der Sport schon immer das Vehikel gewesen sei, „um Defizite in der Gesellschaft zu reparieren“. Olaf Röttig, Geschäftsführer des BSV RLP, betonte, es sei wichtig zu wissen, dass Sportvereine keine „Rundum-Sorglos-Pakete“ offerieren könnten. Schon gar nicht, wenn es sich um kleine Vereine handele. „Man muss die Bereitschaft haben, sich als Verein auf das Wagnis Inklusion einzulassen“, sagte Röttig. „Man darf nicht von Anfang an nein sagen, wenn in einem Verein ein Mensch mit Behinderung Sport treiben will, sondern man muss überlegen, welche Möglichkeiten es gibt.“

Am Mittwoch, 25. September, wird der LSB ein Symposium mit dem Arbeitstitel „Inklusion braucht Fantasie“ veranstalten, das sich in erster Linie an Vereine und Übungsleiter richtet, die sich auf dem Gebiet der Inklusion engagieren und neue Wege gehen wollen. „Wir sind aber auch offen für alle anderen, die sich dafür interessieren“, machte LSB-Vizepräsident Dieter Krieger deutlich. Vorbehalte und Ängste sollen an diesem Tag dort durch „Best Practice“-Beispiele einzelfallbezogen abgebaut werden.

Weitere Infos gibt es bei: Michael Heinze.