Tolle Erlebnisse sorgen für leuchtende Augen

Integrationsprojekt „Balance/Equilibre“ des LSB im Rahmen des 50. Geburtstags des Deutsch-Französischen Jugendwerks begeistert den Nachwuchs

2013 integrationsprojekt f Im Rahmen des 50-jährigen Jubiläums des Deutsch-Französischen Jugendwerks (DFJW) haben der Landessportbund Rheinland-Pfalz und die Amicale Bourguignonne des Sports in Zusammenarbeit mit dem Haus Burgund sowie den Vereinen FSV Alemannia Laubenheim, TSG Hechtsheim, TSV Schott Mainz, Association sportive de la Fontaine d'Ouche, Jeunes Dijon foot 21 ein Jugendprojekt organisiert, das von 7. bis 9. Juni in Mainz und von 28. bis 30. Juni in Dijon stattfand. Teilnehmer waren junge Fußballerinnen und Fußballer aus den oben genannten Vereinen. Sie traten in beiden Regionalhauptstädten auf.

Das Projekt Balance/Equilibre verfolgt das Ziel, bei Kindern und Jugendlichen schon frühzeitig das Verständnis für Toleranz, Fair-Play und Miteinander zu wecken. Einen Schwerpunkt bilden Straßenfußballturniere, die nach einem speziellen pädagogischen Konzept durchgeführt werden. Gespielt wird in einem mobilen Street-Soccer-Court (15 x 10 Meter), der überall einsetzbar ist. Ziel dieser Begegnung ist es, die Zusammenarbeit und sportliche Aktivitäten der Jugend beider Regionen sichtbar zu machen und eine dauerhafte Partnerschaft zwischen den Vereinen aufzubauen. Während der Begegnung selbst unternahmen die Jugendlichen gemeinsame Aktivitäten und bekamen durch gemeinsame Sprachanimation und Übungen zum interkulturellen Lernen einen Eindruck von Kultur und Sprache des Partners. Das Zelten auf der Laubenheimer Sportanlage war so recht nach dem Geschmack der Protagonisten.

In Mainz wurden die burgundischen Sportler von ihren rheinland-pfälzischen Partnern im Empfang genommen. Durch spielerische Aktivitäten und Kennenlernspiele sollten Hemmungen abgebaut und die Kommunikation unterstützt werden. Außerdem erkundigten die Jugendlichen gemeinsam die Stadt – im Rahmen der Burgunder Tage. Vor der Kulisse des Burgunder Marktes wurde auf dem Gutenbergplatz im mobilen Street-Soccer-Court des Fußball-Verbands Rheinland (FVR) gekickt. Die Kinder und Jugendlichen traten in gemischten Teams an.

Drei Wochen später trafen sich dieselben Jugendlichen in Dijon. Dort begann das Programm ebenfalls mit einer Besichtigung der Stadt, die von den Gastvereinen organisiert wurde. Was folgte, war ein gemeinsamer Abend im Centre de Rencontres Internationales in Dijon, der Gelegenheit zu gemeinsamen Aktivitäten (Sprachanimation, kleine Spiele…) bot. Das Projekt „Equilibre“ wurde mitten in der City von Dijon präsentiert. „Unsere jungen Fußballerinnen und Fußballer haben die Integrationskraft des Sports vor den vielen Besuchern eindrucksvoll unter Beweis gestellt“, freute sich Helmut Loenenbach, Vorsitzender des LSB-Arbeitskreises für Internationale Fragen.

Im Rahmen der Rheinland-Pfalz-Tage in Dijon fand so auch der Sport seinen Platz und sorgte mit seinen insgesamt 50 Fußballern von Jeunes Dijon Footballeur 21, Club de foot Fontaine d'Ouche, TSG Hechtsheim und FSV Alemannia Laubenheim für Aufmerksamkeit. Ballance/Equilibre ist ein Musterbeispiel für die deutsch-französische Sportpartnerschaft, die im vergangenen Jahr ihr 50. Jubiläum feierte. Gespielt wurde vormittags in nationalen und nachmittags in deutsch-französischen Mannschaften, wobei Fairplay, Respekt und Kooperation das Turnier bestimmten. „Der Sport kennt keine Sprachbarrieren“, kommentierte Alexander Hauf vom FSV Alemannia Laubenheim. „Die Kinder finden über eine gemeinsame Leidenschaft – ohne Sprache – zueinander und schließen schnell neue Freundschaften.“ Auch Landtagspräsident Joachim Mertes war begeistert. „Vor 100 Jahren hätten die Politiker keinen Frieden stiften können und heute müsste man sich Gedanken machen, ob sie den sozialen Frieden erhalten“, sagte Mertes.

Für die französischen Kinder war die Begegnungen mit ihren deutschen Fußballfreunden einmal wieder ein außerordentliches Erlebnis. „Die Kinder kamen in die Jugendherberge und waren so aufgeregt, weil sie dachten, wir würden wieder nach Mainz fahren. Sie fragten sofort nach den deutschen Kindern, um wieder bis in den späten Abend Fußball zu spielen“, berichtete Fabrice Lombard vom Club de foot Fontaine d'Ouche. Schon von ihrer Mainz-Visite sei der Nachwuchs aus Burgund mit leuchtenden Augen heimgekehrt. „Sie sind richtig aufgeregt gewesen“, schwärmte Lombard. „Ich bin von begeisterten Eltern angerufen worden, die sich für das tolle Erlebnis für ihre Kinder bedankt haben. Manche von ihnen leben in sozial benachteiligten Vierteln, haben noch nie gezeltet und haben noch nie an einer binationalen Jugendbegegnung teilgenommen. Sie waren auf ihre geschenkten Schlafsäcke und Isomatten richtig stolz.“

Weitere Infos gibt es bei: Michael Heinze.