Vereine aufgepasst: Änderungen im Bildungs- und Teilhabepaket

Gegen soziale Ausgrenzung im Sport Bildungs- und Teilhabepaket: Änderungen ab dem 1. August 2013

Oft lässt es die finanzielle Situation von armutsbetroffenen Familien nicht zu, dass Kinder und Jugendliche Sportvereine besuchen oder an gemeinschaftlichen Schulaktivitäten teilnehmen können. Durch die Einführung des Bildungs- und Teilhabepakets erhalten solche Familien seit 2011 vielfältige Unterstützungen durch den Staat.

In den vergangenen zwei Jahren ist die Umsetzung des Bildungs- und Teilhabepakets auf viel Gegenwind gestoßen. Kritiker sind der Auffassung, dass das Antragsverfahren mit großem Verwaltungsaufwand verbunden sei und dadurch die Inanspruchnahme erschwert wird. Der Gesetzgeber hat nun auf die Kritik reagiert und ab dem 1. August 2013 einige Änderungen in Kraft gesetzt, die die Verwaltung vereinfachen und die Entscheidungsspielräume zugunsten der Antragssteller und der Vereine vergrößern sollen.

Sportausrüstung: Bisher erhalten Kinder aus armutsbetroffenen Familien für die Mitgliedschaft im Sportverein eine monatliche Unterstützung in Höhe von 10 Euro. Nicht selten ist allerdings eine kostenlose Mitgliedschaft im Sportverein möglich, während das Geld für die Sportausrüstung fehlt. Deshalb ist es künftig in begründeten Ausnahmefällen möglich, die finanzielle Unterstützung von zehn Euro auch für die Finanzierung von Sportgeräten zu verwenden. Allerdings bleibt der Betrag von 10 Euro für Mitgliedsbeitrag und Ausrüstung unverändert.

Antrag wirkt rückwirkend: Oft fallen die Kosten für Vereinsmitgliedschaften pro Quartal oder halbjährlich an. Oder Familien haben erst jetzt von den Unterstützungsmöglichkeiten erfahren, obwohl das Kind schon seit einem längerem Zeitraum Vereinsmitglied ist. Bisher wurde die Unterstützung aus dem Bildungs- und Teilhabepaket erst ab dem Monat der Antragsstellung gültig. Ab sofort kann sie auch rückwirkend bis zum Zeitpunkt des ALG II-Antrages in Anspruch genommen werden. So kann der monatliche Betrag von zehn  Euro „angespart“ werden, um beispielsweise teure Sportfreizeiten oder einen Jahresbeitrag im Voraus bezahlen zu können.

Mit dem Projekt „Sport für alle – Wir helfen mit“ haben der Landessportbund und die Sparda-Bank Südwest 2010 ein Projekt ins Leben gerufen, das rheinland-pfälzische Sportvereine unterstützt, armutsbetroffenen Kindern und Jugendlichen die Teilhabe am Vereinssport zu ermöglichen. 39 ausgewählte Sportvereine aus Rheinhessen, dem Rheinland und der Pfalz erhalten seit Projektbeginn vielfältige Unterstützung. Die Erfahrungen und Erfolge aus drei Jahren „Sport für alle – Wir helfen mit“ werden zeitnah in einer Broschüre veröffentlicht. Sie bietet nützliche Anregungen von Sportvereinen für Sportvereine. Nähere Informationen zum Projekt und der Veröffentlichung der Broschüre erhalten Sie über unseren Mitarbeiter Oliver Kalb, Abteilung Sportentwicklung/Breitensport, Telefon 06131 / 2814-411.

Weitere Infos gibt es bei: Michael Heinze.