Prävention vor sexualisierter Gewalt im Sportverein

Befragung zeigt, organisierter Sport ist auf dem richtigen Weg

2013 bilanzbericht missbrauDer Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM), Johannes-Wilhelm Rörig, hat Ende August im Zuge seines Bilanzberichts den Zwischenbericht zur 2. Befragungswelle des bundesweiten Monitorings veröffentlicht. Das Resümee des Unabhängigen Beauftragten lautet: „Keine Entwarnung. Kein Schlussstrich. Trotz wachsender Sensibilität: Nach der Bundestagswahl  braucht sexueller Kindesmissbrauch höheren politischen Stellenwert“. Gerade in Bezug auf Prävention und Intervention bestehe weiterhin erheblicher Investitionsbedarf. Erfreulich: Fast 40 Prozent der Sportvereine, die sich an der Befragung beteiligt haben und die über Sportangebote für Kinder und Jugendliche verfügen, setzen einzelne Präventionsmaßnahmen um oder haben ein umfassendes Präventionskonzept erarbeitet.

Rörig teilt u.a. mit: „Auch die zweite bundesweite Befragung zu Schutzkonzepten in Einrichtungen und Institutionen, die mit Unterstützung der großen gesellschaftlichen Dachorganisationen im Frühjahr 2013 vom Unabhängigen Beauftragten u.a. in Kitas, Schulen, Sportvereinen, Kirchengemeinden und Kliniken durchgeführt wurde, macht deutlich, dass bei Prävention und Intervention weiterhin erheblicher Investitionsbedarf besteht. Auch wenn Einrichtungen und Institutionen vielerorts ihre Präventionsmaßnahmen verstärkt haben, zeigen die Ergebnisse des Monitorings 2013, die heute im Rahmen der Bilanzpressekonferenz erstmals öffentlich vorgestellt wurden, dass oft nur Einzelaktivitäten bestehen, umfassende Schutzkonzepte aber noch selten zur Anwendung kommen. Positiv hervorzuheben ist, dass Fort- und Weiterbildungen in der Mehrzahl der befragten Einrichtungen und Institutionen angeboten und Ansprechpersonen häufiger benannt werden.“

Die Ergebnisse zur Befragung von Sportvereinen zeigen, dass das Engagement der bspw. des Landessportbundes Rheinland-Pfalz im Themenfeld bei den Sportvereinen angekommen ist und vielerorts Präventionsmaßnahmen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen umgesetzt werden: Fast 40% der Sportvereine, die sich an der Befragung beteiligt haben und die über Sportangebote für Kinder und Jugendliche verfügen, setzen einzelne Präventionsmaßnahmen um oder haben ein umfassendes Präventionskonzept erarbeitet. Etwa 30% setzen bereits einen Ehrenkodex zum Schutz vor sexualisierter Gewalt ein und fast 40% haben eine Ansprechperson zur Thematik für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Sportverein. Zwar  können die Ergebnisse keine repräsentative Aussage in Bezug auf Sportvereine bundesweit treffen, sie können jedoch als Trend interpretiert werden.

Der Zwischenbericht zeigt insgesamt, dass Einrichtungen und Institutionen, die in den Bereichen Gesundheit, Erziehung, Bildung und Soziales für Kinder, Jugendliche, junge Frauen und Männer verantwortlich sind, sich vielfach auf den Weg gemacht haben, die Empfehlungen des Runden Tisches „Sexueller Missbrauch“ in die Praxis umzusetzen.

Weitere Infos gibt es unter www.lsb-rlp.de bzw. unter www.beauftragter-missbrauch.de

Weitere Infos gibt es bei: Michael Heinze.