Der 1. FFC Montabaur gewinnt den „Großen Silbernen Stern des Sports“

Landessportbund und Volksbanken Raiffeisenbanken prämieren Gewinnerprojekte

12_sternedessports1Der Gewinner des „Großen Silbernen Stern des Sports“ in Rheinland-Pfalz heißt in diesem Jahr 1. FFC Montabaur. Der Frauenfußballclub, der 250 Mitglieder zählt, wurde am Mittwochabend in der Mainzer Staatskanzlei vom Landessportbund und den rheinland-pfälzischen Volksbanken Raiffeisenbanken für sein Integrationsprojekt „Sport bewegt – Sport verbindet“ im Bereich Frauen- und Mädchenfußball ausgezeichnet und vertritt Rheinland-Pfalz bei der Endausscheidung zur Verleihung der bundesweiten Goldenen Sterne. Sie werden am 7. Februar in Berlin durch Bundeskanzlerin Angela Merkel persönlich verliehen. Roger Lewentz, Staatsminister für Inneres und Sport, übergab den mit 2.500 Euro dotierten Preis gemeinsam mit Fabian Hambüchen, Turnweltmeister am Reck, sowie LSB-Präsidentin Karin Augustin an den vorbildhaften Sportverein aus dem nordöstlichen Viertel des Bundeslandes.

„Ich freue mich, mit dem 1. FFC Montabaur den ersten eigenständigen Frauen- und Mädchenfußballclub im Rheinland auszeichnen zu dürfen“, sagte Sportminister Lewentz. „Der Verein sorgt durch sein sportlich-kreatives Projekt für Integration und ermöglicht vielen Mädchen mit Migrationshintergrund Zugang zur Sportart Fußball.“ Der FFC – da war sich die Jury einig – verstehe es prima, muslimische Mädchen in der Region Montabaur und Selters in Kooperation mit drei Ganztagsgrundschulen für den Sport zu begeistern und „die Vereinbarkeit zwischen Islam und Mädchensport eindrucksvoll zu demonstrieren“.

Als Gewinner durften sich aber auch die anderen Vereine fühlen, die vor 120 geladenen Gästen im feierlichen Ambiente ausgezeichnet wurden. Auf dem mit 1500 Euro dotierten zweiten Platz landete der Mainzer Stadtteilverein VfL Fontana Finthen. Für ihre Maßnahme „Verantwortung übernehmen“ wurden Jugendleiter Winfried Schmitt und Co. mit dem „Kleinen Stern des Sports“ in Silber dekoriert. Genauso wie das das Judozentrum Cochem – Mosel-Eifel-Hunsrück, das mit seinem Familienprojekt den mit 1000 Euro dotierten Bronzeplatz belegte. Zudem wurden vier Förderpreise in Höhe von 500 Euro an den Angelsportverein „Petri Heil“ Bad Bergzabern 1975 für das Projekt „Bachpatenschaft“ zur Schaffung von Lebensräumen der heimischen Tier- und Pflanzenwelt, den Turnverein 1910 Bad Salzig für sein Projekt „Die bewegte Straße“, den TuS Pallien 07 für das Jugendprojekt Waldstadion und die Segelfluggruppe Wershofen für den „Eifeler Regionalcup“, einem vereinsübergreifenden Teamflug-Training-Wettbewerb, vergeben.

Die „Sterne des Sports“ sind eine Auszeichnung des Bundesverbandes der Volksbanken und Raiffeisenbanken in Kooperation mit dem Deutschen Olympischen Sportbund sowie den Sportbünden auf Landes- und regionaler Ebene. Geehrt werden Sportvereine für besonders kreative, innovative und nachhaltige Projekte und ihr außerordentliches Engagement im Breitensport. Zum ersten Mal in der Geschichte der „Sterne des Sports“ wurde 2011 ein gemeinsamer Preisträger für Rheinland-Pfalz, der große „Stern des Sports in Silber“, ermittelt. Eine Jury - besetzt mit Vertretern der drei Sportbünde, des Landessportbundes, der Banken, der Medien und aus dem Bereich des Spitzensports - hatte die Auswahl aus insgesamt 24 Bronzesiegern. Insgesamt hatten sich fast 200 Vereine um die Auszeichnung beworben.

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12_sternedessports2Träger des „Großen Sterns des Sports“ in Silber Rheinland-Pfalz 2011
1. FFC Montabaur: "Sport bewegt – Sport verbindet"
Der 250 Mitglieder zählende Verein hat sich mit seinem Projekt um die Eingliederung von aktuell 24 Mädchen aus Familien mit Migrationshintergrund verdient gemacht und schnappte sich den Sieg in der Kategorie „Integration“. Im Jahre 2005 gegründet, war man der erste selbständige Verein für Frauen- und Mädchenfußball im Landessportbund Rheinland-Pfalz. Seit einigen Jahren werden muslimische Mädchen für den Sport begeistert – was andernorts oft scheitert. Dies gelingt in Kooperation mit drei Ganztags-Grundschulen, die einen hohen Anteil von Schülerinnen mit Migrationshintergrund haben. Die Mädchen-Fußball-AG kann inzwischen auch sportliche Erfolge aufweisen.

Träger des „Kleinen Sterns des Sports“ in Silber Rheinland-Pfalz 2011
VfL Fontana Finthen:  "Verantwortung übernehmen"
Der Mainzer Stadtteil-Verein machte in der Kategorie „Kinder und Jugend“ das Rennen.  Kinder und Jugendliche von der Straße zu holen, ihnen vielfältige Angebote zu machen und Verantwortung zu übertragen, sind wichtige Ziele des Vereins. Erstes Anliegen dabei ist die Überwindung gewisser Hemmschwellen, in den Verein zu kommen. Offene Angebote auch an Nichtmitglieder, wie etwa Fußball-Olympiaden, Sportfeste, und Jedermannturniere helfen, Türen zu öffnen und auch Herzen zu gewinnen. Ein weiterer Baustein sind mehrjährige und nachhaltige Kooperationen mit Mehrgenerationenhäusern, der Sportjugend, Polizei, Jugendamt, sozialer Stadt sowie Grund- und Realschulen.

Judozentrum Cochem: "Judozentrum Cochem-MEH – der Familienverein"
In der Kategorie „Familie“ gewann die Maßnahme des Judozentrums Cochem, das aus einer bereits bestehenden Judoabteilung entstand. Viele Eltern dieser Abteilung hatten den Wunsch geäußert, einen Verein zu organisieren, indem die ganze Familie gemeinsam Judo betreiben kann. Daraufhin wurde im Jahr 2009 das Judozentrum Cochem – Mosel – Eifel – Hunsrück gegründet. Der Verein betreibt Judo bereits in Cochem und Bruttig-Faukel und möchte sein Angebot ausbauen. Er bietet Interessierten jeden Alters eine individuelle Gruppe, entweder um ganze neu in diesen Sport einzusteigen oder auch ich wieder aufzunehmen.

Förderpreise auf Landesebene Rheinland-Pfalz 2011

Angelsportverein “Petri-Heil” Bad Bergzabern 1975:  "Bachpatenschaft – Schaffung von Lebensräumen der heimischen Tier- und Pflanzenwelt"
In der Kategorie Klima und Umweltschutz gewann die Maßnahme des 125 Mitglieder zählenden Vereins aus dem südlichsten Zipfel des Bundeslandes. In nur wenigen Sportarten lernt man Zusammenhänge und Abläufe der Natur so intensiv kennen wie beim Angeln. Der Verein macht sich auch deshalb zur Aufgabe, die Vereinsjugend frühzeitig bei geplanten Naturerhaltungsmaßnahmen einzubinden. Eine der größten Aktionen war das Anlegen einer Flachwasserzone mit zwei kleinen Biotopen am Vereinsgewässer. Die Artenvielfalt am und im Wasser wurde nachhaltig verbessert. Für Kröten, Frösche, Libellen und für Eidechsenarten wurde eine neue Heimat geschaffen.

Turnverein 1910 Bad Salzig: "Die bewegte Straße"
In der Kategorie „Kinder und Jugend“ gewann die Maßnahme „Die bewegte Straße“. Anlässlich seines hundertjährigen Bestehens im Jahr 2010 stellte sich der 1300-Mitglieder-Verein die Frage, wie man noch mehr Menschen vom Sport begeistern und insbesondere den Kindern alternative Freizeitangebote näher bringen kann. Dem Verein ist es wichtig, möglichst viele Menschen in allen Altersgruppen zu bewegen. Schließlich ging man völlig neue Wege zur Kontaktaufnahme mit Nichtmitgliedern. Man zog hinaus und ließ die Hauptstraße für den Verkehr auf einer Länge von 250 Metern sperren. Die Gruppen des Vereins präsentierten ihr Programm unter freiem Himmel. Schließlich wurden viele hundert Zuschauer zum sportlichen Mitmachen beim Judo, Seniorensport, Volleyball oder Tanzen animiert. Die Straße in Bad Salzig bebte, alle hatten Spaß –Aktive und auch die teilnehmenden Gäste. Die dabei erzeugte Begeisterung zeigt sich auch in steigenden Vereinsmitgliederzahlen in allen Altersklassen.

Segelfluggruppe Wershofen: "Teamflug-Training in einem vereinsübergreifendem Wettbewerb"
In der Kategorie „Leistungsmotivation“ gewann der Verein aus der Eifel. In den Anfangsjahren haben die Vereine in der Region recht eng miteinander zusammengearbeitet. Bis in die 60er Jahre veranstalteten mehrere Vereine gemeinsam Vergleichsfliegen. Diese Kontakte zwischen den Vereinen haben sich mittlerweile verloren. Daher entstand um die Jahrtausendwende der Gedanke, ein solches Vergleichsfliegen wieder ins Leben zu rufen. Vor allem, da es zu dem damaligen Zeitpunkt kein Angebot an Anfängerwettbewerben mehr in der Region gab. Drei Leistungsflugpiloten und Wettbewerbspiloten aus den Vereinen in Wershofen und Bad Neuenahr haben dann gemeinsam diesen Wettbewerb entwickelt und umgesetzt. Das zentrale Element ist die Teambildung mit einem erfahrenen und einem unerfahrenen Piloten. Da das Teamergebnis zählt, können nur das gemeinsame Fliegen und die Weitergabe von Wissen und Erfahrung zu einer guten Platzierung führen.

TuS Trier-Pallien 07: "Jugendprojekt Waldstation"
In der Kategorie „Kinder und Jugend“ gewann das „Jugendprojekt Waldstation“. Die Stadtteile Trier-Pallien und Trier-West werden als sozial benachteiligt bezeichnet. der Anteil der Großfamilien, Alleinerziehenden und Hilfeempfängern liegt in beiden Stadtteilen über dem Mittelwert. Aufgrund dessen hat der TuS Trier-Pallien 07 zur Unterstützung von benachteiligten Kindern und Jugendlichen das „Jugendprojekt Waldstation“ ins Leben gerufen. Das Projekt bietet ein pädagogisch betreutes Sport- und Spielangebot. Bei diesen Kindern und Jugendlichen werden öfter Schwächen im Bereich der sozialen und persönlichen Kompetenz festgestellt. Durch dieses Projekt sollen das Teamwork, die Kommunikationskompetenz und das Selbstbewusstsein der Kinder und Jugendlichen bestärkt werden. Zusammenarbeit, Hilfsbereitschaft, soziales Verhalten und Gruppenfähigkeit sind das Lernziel.

Weitere Infos gibt es bei: Michael Heinze.