Judo: Jasmina Külbs mit beiden Beinen auf der Matte und im Leben

Die nun in Köln wohnende Sportsoldatin startet als erste Pfälzerin bei einer Judo-Europameisterschaft


2012 judo1Wenn Ende des Monats, vom 25. bis zum 28. April, im ungarischen Budapest die Europameisterschaften im Judo ausgetragen werden, geht mit der 21-jährigen Jasmin Külbs auch eine Pfälzerin für Deutschland auf die Matte. Ein Riesenerfolg der jungen Frau, die für den JC Zweibrücken startet und die sich bis zum Abitur an der Sporteliteschule am Heinrich-Heine-Gymnasium (HHG) in Kaiserslautern unter Trainer Sergio Oliveira in der Jugend und bei den Junioren bereits bis in die Weltspitze vorgekämpft hatte.

Das Jahr 2013 läuft bislang grandios für Jasmin Külbs. Bei drei schweren Turnieren gehörte am Ende die Bronzemedaille der ehemaligen HHG-Kämpferin. Den Auftakt bildete am 3. Februar die European Open im bulgarischen Sofia. „Das war mein bislang intensivster Erfolg“, sieht sich Jasmin Külbs jetzt so richtig bei den Frauen angekommen. Außerdem gelang ihr in Sofia der Sieg gegen eine ihre japanischen Angstgegnerinnen, und das noch aus dem Rückstand heraus. „Da habe ich gedacht, jawohl, jetzt läuft es.“ Dass es sogar richtig rund läuft, davon konnte sich Bundestrainer Michael Bazynski bei den nächsten Bronzemedaillen, bei den European Open in Prag am 3. März und am 31. März beim Grand Prix im türkischen Samsun überzeugen. Eine harte Vorbereitung mit der Nationalmannschaft im Bundesleitungszentrum Köln liegt hinter der Judo-Powerfrau. Auch der Sportwissenschaftler, HHG-Trainer und ehemalige Weltklasse-Judoka Sergio Oliveira, der Jasmin seit vielen Jahren auf ihrem Weg nach oben begleitet, war in Köln dabei, hat seine Sportlerin auf Feinheiten gegen eventuelle Gegnerinnen eingestellt. „Wir haben alles durchgespielt“, berichtet Oliveira. „Griffe, Körperpositionen, Aktionen gegen Angriffe, Reaktionen gegen Konter.“

Die Gegnerinnen auf europäischer Ebene seien alle stark, urteilt der Trainer, sagt aber: „Jasmin ist auch stark.“ Jeder Judowettkampf sei anders. Es komme auf die Auslosung, auf die Tagesform an, wer am Ende auf den Plätzen ganz vorne stehe. Oliveira sieht gute Chancen für Jasmin Külbs. Er begleitet die Sportlerin nach Budapest und wird dabei sein, wenn zum ersten Mal eine Pfälzerin bei einer Judo-EM der Frauen an den Start geht. Seit kurzem steht die aus Böhl-Iggelheim stammende Schwergewichtkämpferin in der Weltrangliste auf Platz 23. Aus olympischer Sicht bereinigt, rutscht sie gar deutlich unter die besten 20. Der Grund: Auch starke Judonationen wie Japan oder einige osteuropäische Länder, dürfen nur eine Athletin nominieren. Wenn sie darüber spricht, wird klar, wohin sie will – zu den Olympischen Spielen 2016 nach Rio. Ein weiter und schwerer Weg. Aber der Anfang ist geschafft. Näher ist da nach der EMdie im August ebenfalls in Rio stattfindende Weltmeisterschaft.

„Mein Job ist Judo. Das ist genau das was ich wollte“, fühlt sich Jasmin Külbs als Sportsoldatin in Köln so richtig gut aufgehoben. Jetzt jedenfalls, nachdem der anfängliche „Kulturschock“ der ersten Monate abgeklungen ist. „Von Iggelheim ins Internat nach Kaiserslautern war ja schon eine Umstellung, aber von Kaiserslautern in eine Stadt wie Köln – das war mega.“ Im Wintersemester beginnt sie neben dem Training das Studium der Bildungswissenschaften. „Nach dem Bachelor geht es dann weiter zum Master im Marketing.“ Eindeutig: Die Frau steht fest auf der Judo-Matte und mit beiden Beinen im Leben. Und weiß was sie will: bei der EM in Budapest will sie rauf aufs Treppchen.

Weitere Infos gibt es bei: Michael Heinze.