Reiten: Heinrich Leikert und Empire triumphieren beim Frühlingsfestival

2013 heinrich leikertHeinrich Leikert und Empire waren unschlagbar in der Hauptprüfung beim Frühlingsfestival der Springreiter in Hattert. Der erst neunjährige in Belgien gezogene Wallach ließ sich unter seinem starken Jockey zu einem Husarenritt in der Siegerrunde animieren - uneinholbar unter den 14 Finalisten. So blieb die Trophäe  in Rheinland-Pfalz - denn der Meckenheimer Reiterclub, Stammverein des Siegers, gehört seit etwa einem Jahr zum hiesigen Verbandsgebiet.

Über die Frauenquote gab es bei diesem Turnier keine Diskussion – schon im M-Springen am frühen Samstagmorgen erfüllte sie sich von selbst mit vier Amazonen auf dem ersten Rang in allen vier Abteilungen. Shari Zey und Miss Picky (Borken), Darline Eisenmenger und For Leonie (Niederzeuzheim), Diana Bülles mit Podolski – und Tina Ramos mit Balou Chera (beide Meckenheimer Reiter-Club). Die folgenden A-Springen wurden ebenfalls von Amazonen angeführt. Die angesagte Reiterschwemme ließ das Frühlingsfest erstmals an einem Mittwoch beginnen, was die Teilnehmerzahl erheblich ausdünnte, denn ein normaler Arbeits- bzw. Schultag bleibt vorwiegend ein Termin für Profis - oder für Rentner. Der 71-jährige Werner Jösel vom Rothbachtaler Reitclub zeigte mit seinem Sieg im L-Springen auf seiner neunjährigen Oldenburgerin Quibell dem „jungen Gemüse“, wie man auch im vorgerückten Alter gute Figur machen kann. Seine Konkurrentin, Lisa Deppe aus Saffig, die Erste in der zweiten Abteilung mit Los Alamos, ist gerade 14 Jahre alt und überlegt, ob sie wohl noch in 57 Jahren auf dem Pferd sitzt.

Ein Turniertag fand einen für alle bedrückenden Abschluss mit dem schweren Sturz einer jungen Reiterin. Victoria Weise aus Neumünster hatte die weiteste Anreise von allen in Kauf genommen, um einmal auf diesem Turnier zu starten. Die Amazone schwärmte noch am Morgen von den hervorragenden Bedingungen und der komfortablen Unterbringung ihrer Pferde. Gleich am ersten Sprung im Parcours in einem M-Springen gab es eine Unstimmigkeit zwischen Reiterin und  Pferd. Das Pferd stieg kerzengerade in die Luft, verlor die Balance und stürzte mit der Reiterin, die es teilweise unter sich begrub. Der diensthabende Sanitätsdienst reagierte schnell, orderte Rettungswagen und Hubschrauber. Victoria war aber ansprechbar und konnte auch Arme und Beine bewegen. Inzwischen geht es ihr den Umständen entsprechend gut – nach der Operation einer Beckenfraktur.

Mehr als eine halbe Million Pferde gibt es in Deutschland – im Sport passieren die wenigsten Unfälle, weil die Reiter mit ihren Sportkameraden  umzugehen wissen. Etwa 60 Prozent der Unfälle geschehen nämlich beim Umgang mit Pferden, wie die Statistik aussagt. Und sie sagt auch, dass Fußballspielen an erster Stelle der Unfallstatistik steht. Der Reitsport rangiert auf Platz fünf.

Weitere Infos gibt es bei: Michael Heinze.