DLRG: Sieben frischgebackene Einsatztaucher im Bezirk Vorderpfalz

2013 dlrg letzte absprache Das Einsatztauchen bei der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) hat mit dem Sporttauchen nichts zu tun. Das weiß niemand besser als die sieben jüngsten Absolventen der Prüfung zum DLRG-Einsatztaucher vor dem Prüfungsausschuss des Bezirkes Vorderpfalz an der „Schlicht“ bei Neuhofen. Alle waren am Schluss der Prüfung erfolgreich.

Bis zu 25 Meter tief ist der Baggersee bei Neuhofen. Ein ideales Übungsrevier für die Taucher der DLRG zur Ausbildung und Prüfung. Um die Ausbildung als Taucher zu beginnen, sind einige Voraussetzungen erforderlich. Neben der gesundheitlichen Eignung sind dies die Basisausbildungen im Wasserrettungsdienst und Schnorcheltauchen.

Nach einer zweijährigen Vorbereitungszeit in ihren Ortsgruppen galt es für die Prüflinge Sven Heinstein und Stephan Killus aus Ludwigshafen-Oggersheim, Sascha Neff aus Wörth und Dana Biebinger, Claudia Kaub, Rolf Polke sowie Stefan Uhlig zuerst einen theoretischen Prüfungsteil – unter anderem in den Bereichen Tauchphysik, Tauchmedizin, Geräte- und Knotenkunde – zu bestehen. „Stoßen die Anwärter schon in der Theorie immer wieder an ihre Grenzen, so stellt die Praxis die eigentliche Herausforderung an den Körper und Teamgeist dar“, so Wolfgang Schöpf, Leiter der Prüfungskommission zusammen mit Bernhard Diehl, Prüfungstauchlehrer der DLRG, Vorderpfalz.

Für den weiteren reibungslosen Ablauf der Prüfung und Sicherheit im Wasser sorgten die DLRG-Einsatztaucher Heike Diehl, Wiebke Schulze sowie Thorsten Steinberg und Frank Markgraf aus Neuhofen. Zu den praktischen Prüfungen gehörte das Schnorcheltauchen mit Tauchermaske, Schnorchel und Flossen. Hier musste eine Strecke von über 1.500 Meter mit verschiedenen Schwimmlagen, zehn Meter Tief- und 35 Meter Streckentauchen sowie 60 Sekunden Zeittauchen bewältigt werden.

Wenn ein Taucher unter Wasser keine Zeichen mehr gibt, kann das mehrere Ursachen haben. Vielleicht hat sich eine Leine verhakt – oder er ist ohne Bewusstsein. In jedem Fall ist schnelle Hilfe nötig, denn die Sicherheit hat immer höchste Priorität. Die Prüflinge haben zunächst die Situation zu beurteilen, um dann den geeigneten Rettungsgang unter Wasser zu starten. Zu dieser Aufgabe im Einsatztauchen gehört auch eine Suchübung unter Wasser mit Leinenführung sowie eine kombinierte Rettungsübung einzuleiten. Eine Person suchen, finden, an Land bringen und wiederbeleben. „Wiederbelebungen müssen alle DLRG-Einsatztaucher beherrschen“, so die San-Assistenten Andreas Grimm und Ralf Horlacher, die die Herz-Lungen-Wiederbelebungsmaßnahmen kritisch begutachteten.

Darüber hinaus musste während der über mehrstündige Prüfungsdauer bei einer Wassertemperatur von knapp zehn Grad Celsius eine Unterwasserarbeit durchgeführt werden. Hier bohrten die Prüflinge auf einem Trapez in sechs Meter Tiefe mit einem Druckluftbohrer mehrere Löcher in Eisenplatten und befestigten mit Muttern daran Abstandhalter. Auch der Umgang von Hammer, Meißel und Säge musste in dieser Tiefe bei schummrigen Lichtverhältnissen und enormem Luftverbrauch geübt werden. Nach 45 Minuten war auch diese Arbeit unter Wasser erledigt und die Pressluftflaschen fast leer geatmet. Geprüft wurde auch das richtige Anschlagen von über sechs verschiedenen Sicherheitsknoten.

Nach den vielen aufreibenden theoretischen Fragen und Wasserarbeiten erfüllten alle Prüflinge die Prüfungskriterien und verstärken das Rettungs- und Katastrophenschutzteam der DLRG im Bezirk Vorderpfalz mit nunmehr 62 Einsatztauchern. Die Urkunden zur bestandenen Prüfung zum Einsatztaucher des Bezirkes Vorderpfalz überreichte das Prüfungsteam von Wolfgang Schöpf mit Bernhard Diehl.

Weitere Infos gibt es bei: Michael Heinze.