Tennis: Rheinland-Meisterschaften der Jugend: Gute Qualität, wenig Quantität

2013 jelena vucic f tvr„Gute Qualität bei schwacher Quantität“, fasste TVR-Jugendwart Michael Montada die Jugendmeisterschaften in Traben-Trarbach zusammen. Bei den Jüngsten setzten sich die Titelverteidiger erneut durch, in der Jungen-Klasse U16 gab es einen englischen Sieg, im Finale der Mädchen U16/18 standen sich die topgesetzten Spielerinnen gegenüber und im ältesten Jungen-Jahrgang machten gerade mal vier Teilnehmer in Gruppenspielen den Titel unter sich aus. „Ich kann mich nicht erinnern, dass wir bei den Jungen U18 schon mal so schwach besetzt waren“, kommentierte Montada das überschaubare Feld.

65 Spielerinnen und Spieler (Vorjahr: 83) hatten für die Freiplatzmeisterschaften 2013 gemeldet, die wie im Vorjahr vom TC Traben-Trarbach organisiert wurden. Bei trockenem Wetter verfolgten 60 Zuschauer die Finalspiele. Mit zwei Meisterschafts-Gewinnen bei den Jungen hatte Ausrichter TC Traben-Trarbach auch sportlich die Nase vorn. Das lag zum einen an der erfolgreichen U14-Titelverteidigung von Yannick Floer, der sich in einem engen Finale mit 6:4, 7:6 gegen Raphael Weiler (Andernacher TC) durchsetzte. Im Halbfinale waren die Top-4-Gesetzten unter sich gewesen, dabei musste Floer gegen den Trierer Max Bohl harten Widerstand überwinden (6:7, 6:3, 10:4), während es Weiler mit Felix Einig (Andernacher TC) beim 6:0, 6:3 deutlich leichter hatte. Auch in der Mädchenklasse U14 setzte sich die Favoritin durch, wobei Jelena Vucic vom TC Mülheim-Kärlich bei der Wiederholung ihres Vorjahressieges insgesamt nur fünf Spiele abgab. „Da machte sich der Altersunterschied bemerkbar“, stellte Jugendwart Montada fest: Die Gegnerinnen der „jungen Dame“ Vucic seien eher noch „kleine Mädchen“ gewesen. Im Halbfinale gegen die zwei Jahre jüngere Nele Weber (SV Altenahr) musste Vucic nur einen Spielverlust hinnehmen, im Endspiel gegen die Andernacherin Muriel Hertert (die in der Vorschlussrunde Anna Palamarenko vom gastgebenden Verein Traben-Trarbach mit 6:4, 6:2 bezwungen hatte) gab es gar eine Doppel-Null.

Ganz eng war der Final-Ausgang in der Mädchenklasse U16/18. Janina Berres (Sportpark TC Simmern) hatte gegen die Triererin Lara Dimmer den ersten Satz mit 4:6 abgegeben, „sie konnte sich dann aber steigern“ (Montada) und die Begegnung drehen: dem 6:3 im zweiten Durchgang folgte ein 10:5 im Matchtiebreak. Im Halbfinale hatten sich die an eins und zwei gesetzten Spielerinnen durchgesetzt: Berres schlug Christina Weis aus Trier (an 3 gesetzt) mit 7:5, 6:2, Dimmer bezwang Fabienne Schmidt vom TC Mülheim-Kärlich – die im Viertelfinale überraschend die an vier gesetzte Bad Neuenahrerin Michelle Schmitz im Matchtiebreak mit 10:7 ausgeschaltet hatte – mit 6:3, 6:3.

In der Jungen-Klasse U16 präsentierten sich erstmals bei TVR-Meisterschaften die englischen Zwillinge Kurt und Max Lacount. Die Familie wohnt in Ürzig, die beiden spielen seit dem Sommer für den TC Traben-Trarbach, der um eine Spielerlaubnis für diese Meisterschaften nachgefragt hatte. Kurt und Max, mangels Ranglistenpunkten ungesetzt, bekamen ihre Sondergenehmigung, weil sie bereits Turniererfolge vorweisen konnten. Linkshänder Kurt Lacount hatte bei seinem 6:4, 2:6, 12:10-Finalsieg gegen den an Position eins gesetzten Andernacher Jan Paul Simon etwas Glück, denn bei 9:6- und 10:9-Führung vergab Simon vier Matchbälle. Max Lacount, vom TVR-Jugendwart sogar noch etwas stärker eingeschätzt, war zuvor im Halbfinale mit 4:6, 6:7 an Simon gescheitert. Kurt Lacount hatte sich gegen Christian Zizak aus Idar-Oberstein mit 7:5, 6:3 durchgesetzt.

Ohne Satzverlust blieb bei den Jungen U18 Niclas Weiler vom TC Mülheim-Kärlich, das entscheidende Spiel gegen den zweitplatzierten Bad Neuenahrer Alexander Leeser gewann er mit 6:4, 7:5 und holte sich damit nach Erfolgen in den Klassen der jüngeren Spieler seinen ersten U18-Titel. „Schade, dass nur vier Spieler angetreten waren“, kommentierte Michael Montada die Gruppenspiele. „Eine Meisterschaft in dieser Form sollte die Ausnahme bleiben.“ Mit der Frage, wie diese Jugendklasse besser besetzt werden kann, wird man sich beim Verband beschäftigen.

Weitere Infos gibt es bei: Michael Heinze.