Kunstradsport: Bei German Masters II in Kirchdorf stellen Sprinkmeier/Schultheis einen neuen Weltrekord auf

2013 schultheis sprinkmeierWay to Basel, so lautet der Titel einer Internetseite, mit der die besten sieben rheinhessischen Kunstradsportlerinnen und Kunstradsportler auf ihr Saisonziel hinweisen. Die Metropole im Norden der Schweiz ist im November Schauplatz der Hallenrad-WM und alle Sieben dürfen sich Hoffnungen auf eine Nominierung machen. Vorher aber gilt es, die Mühlen der Qualifikation zu bestehen, was im Mutterland des Hallenradsports härter sein kann, als bei der WM aufs Treppchen zu kommen. Zu den sieben Qualifikationswettkämpfen gehören neben den Deutschen Meisterschaften im Oktober drei German Masters, die in jeweils zwei Runden ausgetragen werden. Die German Masters II in Kirchdorf bildeten also Runde drei und vier der WM-Qualifikation. Entsprechend hart wurde gekämpft. Die Bilanz der Top-Athletinnen und -Athleten des Radsportverbandes Rheinhessen kann sich sehen lassen. Für Lisa Hattemer (RSV Gau-Algesheim), André und Benedikt Bugner (RSV Klein-Winternheim), Sandra Sprinkmeier und Katrin Schultheis (RSV Mainz-Ebersheim) sowie Nadja und Julia Thürmer (RSV Mainz-Finthen) sprangen tolle Ergebnisse heraus, gekrönt vom Weltrekord im 2er Kunstfahren der Frauen.

Aber auch Enttäuschungen waren zu verkraften. Dass der WM-Titel kein Selbstläufer wird, mussten in der offenen Klasse die hoch favorisierten Brüder André und Benendikt Bugner aus Klein-Winternheim erfahren. Zwei Wochen nach ihrem Weltrekord bei den ersten German Masters lief es für die beiden nicht immer rund. Zwar gewannen sie die Vorrunde recht souverän mit 149,31 Punkten vor den Geschwistern Bassman und den Kirchdorfer Lokalmatadoren Lippert/Volk, im Finale aber mussten sie nach einem Patzer dem einheimischen Paar den Vortritt lassen. Dennoch kann es an ihrer WM-Nominierung keinen ernsthaften Zweifel geben. Schließlich sind sie nicht nur Inhaber des Weltrekords, sondern haben auch drei der vier bisherigen Qualifikationswettkämpfe zur WM gewonnen.

Schwerer haben es da schon Nadja und Julia Thürmer vom RSV Mainz-Finthen im Zweier-Kunstradfahren der Frauen. Zwar waren die Vizeweltmeisterinnen von 2009 bei den ersten beiden Qualifikationswettkämpfen vor zwei Wochen jeweils auf dem Qualifikationsrang zwei gelandet, knapp hinter den Mergelstetterinnen Jasmin Soika und Katharina Wurster, aber in Kirchdorf erwischten sie einen rabenschwarzen Tag. Im Vorkampf wurden sie von ihren härtesten Rivalinnen um das WM-Ticket aus Baden-Württemberg zwar nur knapp auf Rang drei verwiesen, im Finale aber lief so ziemlich alles schief. Die Fintherinnen blieben mit 104,33 Punkten um mehr als 50 Punkte unter ihrer Bestleistung und mussten tief enttäuscht die Heimreise antreten.

Genau umgekehrt dürfte die Stimmung bei Sandra Sprinkmeier und Katrin Schultheis vom RSV Mainz-Ebersheim gewesen sein. Die fünffachen Weltmeisterinnen gewannen nicht nur beide Qualifikationsrunden der 2. German Masters, sondern stellten in der Vorrunde mit 165,12 Punkten auch einen fantastischen neuen Weltrekord auf. Im Finale verfehlten sie zwar knapp die 160 Punkte-Marke, aber das reichte allemal, um die amtierenden Vizeweltmeisterinnen Soika/Wurster souverän hinter sich zu lassen.

Glänzend schlug sich auch Lisa Hattemer vom RSV Gau-Algesheim beim 1er-Kunstfahren der Frauen. Erstmals in ihrer Karriere knackte sie in einem Wettkampf die 180-Punkte-Marke und schraubte ihre persönliche Bestleistung auf 180,93 Punkte. Und trotzdem reichte es nicht zum Sieg, denn die amtierende Weltmeisterin Corinna Hein vom SKV Mörfelden zeigte sich in blendender Verfassung Mit 184,2 Punkten verbesserte sie ihren eigenen, erst eine Woche alten Weltrekord und brachte sich damit erneut in die Favoriten-Position für die WM, wo ihr eigentlich nur Lisa Hattemer wirklich gefährlich werden kann.

Weitere Infos gibt es bei: Michael Heinze.