Tennis: 32. Meisterehrung des TV Rheinland – Viel Beifall für Friedsam und Choinski

2013 tvr meisterehrungWer gut aufgepasst hat, kann jetzt etwas chinesisch. Als zum Schluss der Meisterehrung des Tennisverbandes Rheinland (TVR) in der Kulturhalle Ochtendung Anna-Lena Friedsam ausgezeichnet wurde, war ihr Name in schwer zu deutender Schreibweise auf der Bühnen-Leinwand zu lesen. So, wie sie ihn vom Tableau des Turnieres in Nanjing abfotografiert hatte.

Die prominenteste TVR-Spielerin vom Andernacher TC stand, wie schon in den Jahren zuvor, auch bei der 32. TVR-Feier im Mittelpunkt, erst recht nach dem erfolgreichen Auftritt bei ihrer WTA-Premiere im Reich der Mitte. So bat sie Verbandspräsident Ulrich Klaus am Ende seiner Begrüßungsansprache zum Interview auf die Bühne, wo Anna-Lena Friedsam – „Nervös wie beim Tiebreak eines dritten Satzes“ – ihm und TVR-Jugendwart Michael Montada Rede und Antwort stand. Die Nummer 122 der Weltrangliste, soeben zurück von ihren Turnieren in Nah- und Fernost, gab einen kleinen Einblick ins Leben eines Tennisprofis, der sogar Heiligabend auf Tour in China ist. Weshalb sie auf eine vorgezogene Bescherung hoffen muss.

Mit Friedsams Auftritt zog ein Hauch von Weltsport durchs Hallenrund, fürs Bodenständige sorgte Anneliese Schönberg, die gewohnt charmant und routiniert durch einen Ehrungs-Marathon mit fast hundert Einzel- und Vereinsnamen führte. Zuvor hatte Verbandspräsident Klaus die Tennissaison 2013 Revue passieren lassen, angefangen mit dem Wetter („Miserable Bedingungen“) über den Hinweis auf Abschaffung der Spielerpässe, weiterhin rückläufige Mannschaftsmeldungen („Talsohle noch immer nicht erreicht“), aber hervorragende Teilnehmerzahlen bei LK-Turnieren, bis hin zur Kader-Entwicklung. Dabei machte besonders Jan Choinski vom TC Oberwerth auf sich aufmerksam, der deutsche Meister U16 im Doppel sowie Einzel-Vize, jeweils in der Halle. „Es war ein ordentliches Jahr“, meinte der 17 Jahre alte Koblenzer rückblickend. Neben nationalen Titeln holte er in der Saison auch zwei ATP-Punkte, seine internationale Karriere (Nr. 1480 der Weltrangliste) will er in den nächsten beiden Monaten von Mittelamerika aus vorantreiben, wo er bei acht Turnieren des Dachverbandes COTECC weitere Punkte erhofft. „Ich will jeden Tag ein Stückchen besser werden“, sagte er.

Neben Friedsam und Choinski stellte TVR-Präsident Ulrich Klaus weitere „Highlights des Tennisjahres“ vor und hob zunächst Margreth Beyer heraus, dreifache deutsche Vizemeisterin sowie European-Senior-Open-Dritte der Damen 55. Seit Jahren sammelt sie Titel und Trophäen, „und das ohne großen Trainingsaufwand“, wie die Spielerin vom Andernacher TC betonte. „Ich habe von Haus aus eine gute Kondition, die ersten Trainingsstunden gab´s für mich im Alter von 44 Jahren.“ Unter den Top Five ihrer Altersklasse ist sie seit einer Dekade, wichtig für den Platz in der Nationalmannschaft. Im April geht es mit dem deutschen Team zur WM nach Florida, Platz fünf oder sechs ist das Ziel. „Das wäre nicht schlecht bei 23 gemeldeten Nationen.“

International auf sich aufmerksam machte auch Urs Breitenberger, ebenfalls Andernacher TC, als zweifacher Titelgewinner im Doppel und Mixed bei den Deaflympics im August in Sofia. Der Deutsche Gehörlosen-Sportverband zeichnete ihn als Athleten des Jahres aus, Bundespräsident Gauck verlieh ihm das silberne Lorbeerblatt. Als Europameister im Doppel Herren 70 geehrt wurde in Ochtendung Heinz Wagner, Dritte EM-Plätze im Doppel Herren 60 gingen an Gerhard Pfitzer, Manfred Morsch und Hans Gähr, alle TC Bad Ems.

Weitere Infos gibt es bei: Michael Heinze.